Unser mutmachender EWD-Song


Mit dem Künstler Rhobbin ist ein exklusiver Song für den EWD e.V. entstanden, der junge Menschen in Wohngruppen und Careleaver ermutigen soll, an sich zu glauben. Der Song erzählt von Wut, Misstrauen und biografischen Brüchen, aber auch von Beziehung, Verlässlichkeit und davon, wie viel es bedeuten kann, wenn jemand bleibt und zuhört.


Der Song steht beispielhaft für die Haltung des EWD e.V.:
Wegbegleitung auf Augenhöhe und Vertrauen in die Entwicklung junger Menschen und soll zeigen, wie eine ergänzende Beziehung wirken kann.


Mit Klick auf das Mikro kannst Du den Song über SOUNCLOUD streamen
Urheberrechtliche Hinweise: "Und es wurde Nice" sowie der dazugehörige Text sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung, Verbreitung, öffentlicher Wiedergabe oder sonstige Nutzung (ganz oder auszugsweise) ist ausschließlich mit vorheriger schriftlicher Zustimmung des EWD e.V. zulässig.




Und es wurde Nice (Rhobbin)


Hab oft so ne Wut aber weiß nicht warum
Damals blieb ich meist einfach stumm
Hab oft den andern neidisch zugeschaut
hab mir bisschen zu oft nix zugetraut
Die andern waren immer Erster und so laut
Hab meine Träume in Luftschlösser gebaut
Doch dann warst da du und hast an mich geglaubt
mir zugehört und nach mir geschaut
Hab mich getraut Spaß zu haben
Zu diesem Leben ja zu sagen
Du kommst immer wieder - das reicht
Und mit der Zeit wird vieles leicht


Ich war oft alleine in diesem Life
Wut im Bauch wie tausend Steine
was keiner weiß
Aber dann warst da du und es wurde Nice
Schuh des Manitu und n Wassereis


Erwachsene in mein Leben lassen fiel mir schwer
Mein Misstrauen ist in der Wohngruppe legendär
Aber dann schrumpfte es ein JipieYeah
Weil du geblieben bist, vertrau ich viel mehr
Fiel mir schwer  pünktlich zu sein
Vernünftig zu sein aber du siehst in mir Skills um künftig zu scheinen
Die Zweifel erstickst du im Keim
Wenn du sagst ich bin nicht allein
Ich wachse immer ein kleines Stück
Von unserem Ausflug komm ich happy zurück
Heut kann ich sagen dich zu haben hatte ich Glück


Ich war oft alleine in diesem Life
Wut im Bauch wie tausend Steine
was keiner weiß
Aber dann warst da du und es wurde Nice
Schuh des Manitu und n Wassereis


Erste eigene Bude erste große Liebe
Chaos bricht aus denn ich schiebe wieder Krise
Bleib mal locker ist deine Devise
Sagst du zu mir im Sonnenschein auf der Liege-Wiese
Dieses Leben ist krass
ich und dieses Leben das passt denn wir teilen die Last
Von dem Rucksack - der ist immer dabei
Doch heute ist in ihm im Picknick statt Blei


Ich war oft alleine in diesem Life
Wut im Bauch wie tausend Steine
was keiner weiß
Aber dann warst da du und es wurde Nice
Schuh des Manitu und n Wassereis

Grundidee des Songs bzw. worum geht es eigentlich?


"Und es wurde Nice" erzählt keine Heldenstory. Es geht nicht darum, dass plötzlich alles perfekt ist, sondern darum, dass ein ehrenamtlicher Wegbegleiter oder eine ehrenamtliche Wegbegleiterin eine wichtige Stütze für junge Menschen sein kann, die außerhalb der Wohngruppe unzureichende Kontakte zu erwachsene Bezugspersonen haben und die sich manchmal alleine fühlen. Der Song zeigt, wie Beziehung wirken kann. Der Song beschreibt einen jungen Menschen, der

- viel Wut in sich trägt, ohne sie erklären zu können,

- sich unsichtbar, leise, weniger wert fühlt,

- früh gelernt hat, Erwachsenen nicht zu vertrauen,

- aber durch eine konstante, verlässliche Beziehung langsam wächst.


"Hab oft so ne Wut, aber weiß nicht warum"


Viele junge Menschen erleben genau das:

- starke Gefühle,

- aber keine Worte, um sie einzuordnen und

- keine sichere Erfahrung, dass jemand zuhört


Wut steht dabei nicht für Aggression, sondern für Überforderung, Ohnmacht, alte Verletzungen und Frust darüber, sich ständig "zu klein" zu fühlen. Wut ist oft ein Platzhalter für ungehörte Bedürfnisse.


"Die andern waren immer Erster und so laut"


Hier geht es um einen Vergleich, ein Riesenthema bei Jugendlichen: Schule, Social Media, Cliquen, Wohngruppen. Der Erzähler erlebt sich als: nicht laut, nicht schnell, nicht sichtbar und hat damit ein klassisches niedriges Selbstwirksamkeitserleben.


"Doch dann warst da du und hast an mich geglaubt"


Das ist der Kippunkt des Songs. Es wird nicht gesagt "du hast mich gerettet", sondern: "du hast an mich geglaubt", "zugehört", "nach mir geschaut". Hier gehts nicht um Methoden, sondern um wertvolle Beziehungsqualitäten. Also Dranbleiben, auch wenn Fortschritte klein sind, auch wenn Rückschritte kommen.


Refrain: "Ich war oft alleine in diesem Life ... aber dann ... es wurde Nice"


"Nice" heißt nicht, dass alles gut ist und es keine Probleme mehr gibt, sondern: Es wird weniger schwer, und ich fühle mich nicht mehr allein. Dabei sind die Bilder ("Schuh des Manitu", "Wassereis") wichtig. Es geht um kleine Glückmomente, Humor und vielleicht auch etwas Leichtigkeit.


"Mein Misstrauen ist in der Wohngruppe legendär"


Das ist ein Satz, den viele Fachkräfte sofort fühlen. Misstrauen steht nicht für Trotz sondern eher für viel Selbstschutz aufgrund früherer negativer Erfahrungen. Mit der ehrenamtlichen Wegbegleitung kann ein Wendepunkt im Leben eines jungen Menschen entstehen: "Weil Du geblieben bist, vertrau ich viel mehr". 


"Du siehts in mir Skills"


Hier geht es um einen zentralen Punkt für junge Menschen, nämlich nicht auf Defizite reduziert zu werden, sondern Potenzial gespiegelt zu bekommen. Wenn jemand sagt: "Ich sehe etwas in Dir, auch wenn Du es selbst nicht siehts", kann Hoffnung entstehen. Ehrenamtliche Wegbegleiter:innen können Fähigkeiten benennen, auch außerhalb von Schule & Leistung, und dies mit Humor, Durchhaltevermögen, Empathie und Kreativität.


Letzte Strophe: "Erste eigene Bude, erste große Liebe / Chaos bricht aus..."


In der letzten Strophe passiert etwas ganz Wichtiges: Das Leben wird nicht plötzlich einfach. Es kann weiterhin Krisen, Chaos, Überforderung oder Rückschläge geben. Das ist real. Genau so erleben viele junge Menschen den Übergang ins selbständige Leben. Der entscheidende Unterschied zu früher ist aber, dass der/die Erzähler:in da nicht mehr alleine durch muss.


"Von dem Rucksack - der ist immer dabei"


Der Rucksack steht für eine eigene Geschichte, für Verletzungen, für Ängste, für Verantwortung und frühere Erfahrungen, die man nicht ablegen kann. Die Biografie verschwindet nicht, man nimmt sie mit, ins Erwachsenenleben, in Beziehungen und in den Alltag. Aber: Er wird leichter, dank der Unterstützung von ehrenamtlichen Wegbegleiter:innen. 
"Heute ist in ihm Picknickt statt Blei" bringt zum Ausdruck, dass er derselbe ist wie früher, aber er fühlt sich leichter an. Nicht, weil er leer ist, sondern weil ihn jemand mitträgt und mit da ist. Beziehung verändert nicht die Last, aber das Erleben der Last: "Ich darf scheitern, aber ich bin trotzdem okay und nicht allein." Fazit: "Es ist immer noch mein Rucksack, aber ich kann ihn tragen".






 
 
 
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